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Seite 63 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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 Barrieren erkennen und überwinden

Barrierefreiheit als Mehrwert für alle

Für Menschen mit und ohne Behinderung, Senior*innen, Kinder, Eltern sowie Menschen, die vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – der Abbau von Barrieren hat generell einen gesellschaftlichen Mehrwert. So kann eine Rampe nicht nur für Eltern mit Kinderwagen hilfreich sein, sondern gleichermaßen auch für Senior*innen und Menschen mit Gehbehinderung. Dieses Alltagsbeispiel zeigt die Wichtigkeit, sich für einen Lebensraum ohne Barrieren stark zu machen.
Mit Blick auf den Sport bezieht sich Barrierefreiheit sowohl auf das aktive Sporttreiben als auch auf die passive Teilhabe am Sport (z. B. als Zuschauer*in) sowie die Übernahme von hauptoder ehrenamtlichen Funktionen. Vom Schulsport über den Breitensport, vom Sport als Rehabilitation bis hin zum Wettkampf- und Leistungssport – es muss das gemeinsame Ziel sein, Barrieren in allen sportlichen Bereichen zu erkennen, zu überwinden und abzubauen.
Der Abbau von baulichen Barrieren stellt dabei die Grundvoraussetzung dar, um vor allem Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Darüber hinaus müssen mit Blick auf die verschiedenen Behinderungen (z. B. Sinnesbehinderungen und geistige Behinderungen) zusätzlich akustische, taktile und visuelle Informationsquellen sowie Informationen in leichter Sprache in den Fokus rücken. Neben den baulichen Barrieren können zudem kommunikative und aufgabenbezogene Barrieren die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einschränken.
Häufig sind es auch die vielzitierten „Barrieren in den Köpfen“ und damit noch vorhandene Berührungsängste und Hemmungen, die Inklusion im und durch Sport verhindern.


BARRIERE
Bauliche Barrieren
KURZBESCHREIBUNG
Umfassen alle Gegebenheiten, die den Zugang zu Gebäuden, öffentlichen Plätzen oder auch Verkehrsmitteln erschweren oder ohne fremde Hilfe unmöglich machen.
EINIGE BEISPIELE
Eingang zu Gebäuden, Stufen, Türschwellen, Türen, fehlende Handläufe und Haltegriffe, Rollstuhltoilette, ausgewiesene barrierearme Parkmöglichkeiten, Blindenleitsysteme, kontrastarme Gestaltung der Räume, Griffe, Schalter und Armaturen, zu hoch angebrachte Spinde, Spiegel oder Kleiderhaken, Stehtische bei Veranstaltungen (für Rollstuhlfahrer*innen)

BARRIERE
Kommunikative Barrieren
KURZBESCHREIBUNG
Hindernisse mit Blick auf die Verständigung und Zugänglichkeit von Informationen
EINIGE BEISPIELE
Komplizierte Sprache; fehlende alternative Formate von Texten (Brailleschrift, Audiodeskription, leichte Sprache); Hinweisschilder; Schrift (Schriftgröße, Kontraste der Farben, Schriftarten); fehlende visuelle Alternativen von Ansagen, Gesprächen, Türklingeln etc.

BARRIERE
Soziale Barrieren
KURZBESCHREIBUNG
Entstehen durch die Wert- und Normvorstellungen einer Gesellschaft, die über die Sozialisation auf die einzelnen Personen übergehen
EINIGE BEISPIELE
Vorurteile, Berührungsängste, Diskriminierung, Ungleichbehandlung

BARRIERE
Aufgabenbezogene Barrieren
KURZBESCHREIBUNG
Entstehen durch sportartbezogene Rahmenbedingungen, die eine Teilhabe von Menschen mit Behinderung erschweren.
EINIGE BEISPIELE
Spielabläufe, Regelwerk bestimmter Sportarten


Tipps & Checklisten für mehr Barrierefreiheit
Weitere Informationen, Links und Downloads gibt es unter:
inklusion.dosb.de/ueber-inklusion#akkordeon-21566



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