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Seite 5 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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 Die Vielfalt des Sports von und für Menschen mit Behinderung
Facetten des Behindertensports
Die Paralympischen Spiele sind die Kür, der große Höhepunkt, dem zahlreiche Ath- let*innen entgegenfiebern. Doch neben dem Leistungssport sind der Breiten-, Prä- ventions- und Rehabilitationssport wichtige Standbeine des Deutschen Behinder- tensportverbandes (DBS).
Seit 1951 gibt es den Spitzenverband für Menschen mit Behinderung in seiner jet- zigen Form. Aus seinen Wurzeln als Versehrtensportverband ist eine Organisation gewachsen, die das gesamte Spektrum des Sports für Menschen mit Behinderung abdeckt.
Mit seinen 17 Landes- und - Fachverbänden sowie 6.300 Vereinen und rund 600.000 Mitgliedern (Stand 2020) gehört der DBS zu den weltweit größten Sport- verbänden für Menschen mit Behinderung.
Aktiv werden und Teilhabe ermöglichen
Wer sportlich aktiv ist, hat gleich mehrere Vorteile: Bewegung fördert die Mobilität von Menschen mit Behinderung auch im Alltag und erhöht die physische und psychische Lebensqualität, eine gute körperliche Grundfitness erleichtert das Überwinden so mancher Hürden im öffentlichen Raum. Dennoch geben laut zweitem Teilhabebericht der Bundesregierung 46 Prozent der Menschen mit Behinderung an, nie Sport zu treiben. Zum Vergleich: Bei Menschen ohne Behinderung sind es nur 28 Prozent.
Dabei gibt es auch für Menschen mit Behinderung im Sport vielfältige Möglichkeiten. Allein unter dem Dach des DBS sind fast 50 verschiedene Sportarten organisiert, die vom Breiten- bis hin zum Leistungssport, national wie international sowie von Jung und Alt ausgeübt werden können. Einge- schränkt werden diese vielfältigen Möglichkeiten häufig auch durch zu wenige Angebote, vor allem in ländlichen Regionen mit weiten Wegen und schwieriger Erreichbarkeit für Menschen mit Behin- derung, sowie durch Sportstätten, die bauliche Barrieren aufweisen.
Diesem Status quo muss entgegengewirkt werden. Öffentliche Einrichtungen, und damit auch Sport- stätten, müssen behindertengerecht sein. Es ist die Aufgabe von Politik und Gesellschaft, dass dies künftig zur Selbstverständlichkeit und bei älteren Sportstätten umgesetzt wird. Denn dies ist die Grundvoraussetzung der Teilhabe am Sport von Menschen mit Behinderung.
Die bereits bestehenden Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote der Behindertensportvereine für Kin- der und Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen mit Behinderung sollen ausgebaut und die Rah- menbedingungen für den Sport von Menschen mit Behinderung weiter verbessert werden. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordert der DBS damit die Gleichberechtigung für
den Sport von und für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft.
Dem Breitensport kommt zweifellos aus mehreren Perspektiven eine wichtige Bedeutung zu – als Einstieg in den Sport und Freude an der Bewegung, zur Verbesserung der Gesundheit und Mobilität, zur Förderung der Grundlagenausbildung sowie zur Sichtung von Talenten und damit als Sprungbrett in den Leistungssport. Es ist eine der Kernaufgaben des DBS, Menschen mit Behinderung, mit drohender Behinderung oder mit chronischer Erkrankung für den Sport zu begeistern. Dazu braucht es möglichst vielfältige, flächendeckende und wohnortnahe Angebote – nur so kann der Einstieg in den organisierten Sport gelingen. Und es braucht Vereine, die sich für Menschen mit Behinderung öffnen und Teilhabe leben.

Es braucht Vereine, die sich für Menschen mit Behinderung öffnen und Teilhabe leben.
  



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