Basic HTML Version
Seite 8 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
P. 8

                                                                                                                    Die Vielfalt des Sports von und für Menschen mit Behinderung
Breitensport
Deutsches Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung
Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) für Menschen mit und ohne Behinderung ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit, die einmal pro Kalenderjahr erworben und beurkundet werden kann. Anhand der erbrachten Leistungen in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination wird das Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold vergeben.
Die Systematik sowie die grundlegenden Prüfungsbestimmungen des DSA für Menschen mit Behinderung unterscheiden sich nicht von den Bedingungen für Menschen ohne Behinderung. Für Menschen mit Behinderung existiert ein angepasster Leistungskatalog, in dem verschiedene Behinderungsklassen berücksichtigt werden. Darüber hinaus gibt es behinderungsspezifische Disziplinen, wie z. B. Rollstuhl-Parcours, Geschicklichkeitsgehen oder Zielwerfen im Bereich der Koordination.
Das DSA für Menschen mit Behinderung darf ausschließlich durch ausgebildete Prüfer*innen mit einem Prüfausweis mit dem Zusatzvermerk MmB (Menschen mit Behinderung) abgenommen werden. Die Ausbildung erfolgt über die Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes in einem Tageslehrgang mit acht Lerneinheiten. Dieser richtet sich an Personen, die bereits als Prüfer*in des DSA tätig sind. Entsprechende Termine sind im DBS-Lehrgangsplan, auf der DBS-Website und den Websites oder Qualifizierungsportalen der Landes- und Fachverbände zu finden.
Um möglichst individuell angemessene Leistungsanforderungen für alle zu schaffen, wird beim DSA nach Alter und Geschlecht, bei Teilnehmer*innen mit Behinderung zusätzlich nach Behinderungsklasse eingeteilt. Voraussetzung für die Klassifizierung ist ein dauernder Grad der Behinderung (GdB) von 20 oder mehr, das Tragen einer Endoprothese (z. B. künstliches Kniegelenk) oder der Besuch einer Schule mit entsprechendem Förderschwerpunkt bzw. Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Der entsprechende Nachweis erfolgt durch einen Versorgungsbescheid oder durch einen Endoprothesen-Pass. Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbehinderung können den Nachweis über eine Bescheinigung der Schule/Einrichtung erbringen oder anhand der DBS-Klassifizierungsskala eingestuft werden.
Die Klassifizierung wird im Vorfeld der Sportabzeichenprüfung durch ausgebildete Prüfer*innen oder Ärzt*innen auf Grundlage des DBS-Handbuchs „Deutsches Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung“ vorgenommen.
Weitere Informationen inklusive der Behinderungsklassen, Leistungsanforderungen und Materialien für das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung gibt es unter: www.dbs-npc.de/sportabzeichen.html

   6   7   8   9   10