Basic HTML Version
Seite 7 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
P. 7

 Breitensport
Die Vielfalt des Sports von und für Menschen mit Behinderung
Gemeinsames Sporttreiben, Begegnungen und Gemeinschaftserlebnisse
In der Entwicklung des Behindertensports in Deutschland hat der Breitensport von und für Menschen mit Behinderung eine zentrale Bedeutung. Im Vorder- grund stehen Spaß an Bewegung, Spiel und Sport. Regelmäßige Breitensport- angebote, Wettkämpfe und Leistungsvergleiche in Form von Turnieren oder Spiel- und Sportfesten tragen dazu bei, vielfältige Begegnungen und Gemein- schaftserlebnisse in den Vereinen zu schaffen. Im Breitensport sind Leistungs- vergleiche inbegriffen, bei denen nicht die absolute Spitzenleistung zählt, son- dern das gemeinsame Sporttreiben.
Die Landes- und Fachverbände im Deutschen Behindertensportverband (DBS) richten jährlich verschiedenste Breitensportveranstaltungen aus. Hierzu gehören bspw. Seniorensportspiele, Landeswinterspiele, Landesjugendspiele, Sportabzeichen-Tage sowie viele weitere traditionsreiche Events. Im Rahmen des Breitensports werden zahlreiche unterschiedliche Sportarten angeboten. Verschiedene Ballsportarten wie Blindenfußball, Rollstuhlbasketball, Sitzvolleyball sind ebenso wie Leichtathletik, Radfahren, Schwimmen, Tennis oder Tischtennis klassische Breitensportangebote, die sich auch im Behindertensport großer Beliebtheit erfreuen. Bei der Auswahl der richtigen Sportart müssen die jeweilige Behinderung und das Belastungsprofil der entsprechenden Sportart berücksichtigt werden. Daneben werden auch Funund Trendsportarten an die verschiedensten Arten von Behinderungen angepasst und angeboten. Eine Vielzahl von Sportarten werden in Kapitel 4 vorgestellt.
Der Breitensport knüpft im Sinne eines lebensbegleitenden und nachhaltigen Sporttreibens an den Rehabilitationssport an und kann auch die Basis für die Nachwuchs- und Talentförderung für den Wettkampf- und Leistungssport sein. Neben dem Breitensport werden Bewegung, Spiel und Sport als umfassende, vorbeugende und gesundheitsfördernde Maßnahme zum Schutz vor dem Eintritt und der Verschlimmerung einer Behinderung oder chronischen Erkrankung eingesetzt. Im Fokus steht dabei die Stärkung der Gesundheit, der Erhalt der Mobilität sowie die Verhinderung eines wiederholten oder neuen Auftretens von Erkrankungen. Sport wirkt aufgrund seiner positiven körperlichen, psychischen und psychosozialen Effekten ganzheitlich und schafft damit die Grundlage zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben.
Der Breitensport als Chance für Inklusion
Der organisierte Sport versammelt eine Vielzahl von Sportvereinen und Mitgliedern. Allerdings ist die Teilhabe am Sport von Menschen mit Behinderung im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung faktisch deutlich geringer. Es besteht demnach die Notwendigkeit, den Prozess der Inklusion dadurch anzuschieben, mehr wohnortnahe Angebote zu schaffen,
die eine Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Sport ermöglichen. Hierzu eignet sich besonders der Breitensport, der die Möglichkeit bietet, viele Menschen zusammenzubringen – insbesondere durch regelmäßiges Sporttreiben, Spiel- und Sportfeste oder Familiensportangebote.
Bei inklusiven Sportangeboten werden die Rahmenbedingungen für verschiedene Zielgruppen grundsätzlich so angepasst bzw. von Anfang an so gestaltet, dass alle gemeinsam teilhaben können. Inklusion und der Sport von Menschen mit Behinderung schließen sich dabei nicht aus. Auch die Behindertensportarten können inklusiv durchgeführt werden. So sind bspw. im Rollstuhlbasketball, Sitzvolleyball, Blindenfußball oder Goalball auf nationaler Ebene auch Menschen ohne Behinderung aktiv.
Ganz SPORTDEUTSCHLAND ist dazu aufgerufen, die jeweiligen Strukturen und Angebote so zu gestalten, dass jeder Mensch ein wohnortnahes Angebot vorfindet, das seinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht. In vielen Sportarten gibt es bereits gute Beispiele für inklusive Angebote z. B. in der Leichtathletik oder im Turnen. Viele Vereine haben sich schon auf den Weg gemacht und bieten inklusive Sportangebote an, jedoch muss das Ziel ein flächendeckendes und vielfältiges Angebot für alle sein.

 TRENDSPORTARTEN
Manche Trendsportarten wie Beachvolleyball, Inline-Skaten oder Snowboarden sind bereits seit vielen Jahren „im Trend“. Es gibt aber auch neuere Sporttrends wie Headis, Ultimate-Frisbee, Quidditch oder Spikeball, die bisher kaum bekannt sind.
Das Juniorteam der Deutschen Behindertensportjugend hat hierzu Methodenpapiere entwickelt, die detailliert und anschaulich aufzeigen, wie Menschen mit Behinderung diese Sportarten mithilfe kleiner Anpassungen ausüben können.
Weitere Informationen gibt es unter:
www.dbs-npc.de/trendsport-methodenpapiere.html
             
   5   6   7   8   9