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Seite 14 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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 Die Vielfalt des Sports von und für Menschen mit Behinderung
Der paralympische Leistungssport
  Faszinierende Leistungen: Top-Athlet*innen sind Mutmacher und Inspiration
Ob mit oder ohne Hilfsmittel: Die
Leistungen von Athlet*innen mit Be-
hinderung lösen eine große Faszina-
tion aus. Querschnittsgelähmte Skifah-
rer*innen, die sitzend auf einem Ski den
Berg mit über 130 km/h hinunter rasen.
Unterschenkelamputierte Weitspringer, die
mit einer Beinprothese 8,50 Meter weit sprin-
gen. Schwimmer*innen ohne Arme und Beine
oder Tischtennisspieler*innen, die den Schläger
mit dem Mund halten. Paralympische Athlet*innen be-
eindrucken mit ihren Lebensleistungen, sind Vorbilder für
Menschen mit und ohne Behinderung. Sie überwinden Grenzen,
zeigen, was auch mit Behinderung möglich ist und sind Mutmacher und Inspiration für die Gesellschaft. Der Para Sport vereint somit Höchstleistungen und menschliche Botschaften.
Weltweit hat sich der Para Sport in immer mehr Nationen fest etabliert. Nicht nur die dynamische Entwicklung von Welt- rekorden deutet darauf hin, dass die internationale Professionalisierung teils rasant voranschreitet. Die Rahmenbedingun- gen für die Ausübung des Leistungssports (Trainingsbedingungen, Trainingsumfänge, Ausbau der Bundesstützpunkte Para Sport, Athletenförderung, Vereinbarkeit von Spitzensport und Beruf etc.) haben sich stetig verbessert und passen sich nach und nach dem Spitzensport von Menschen ohne Behinderung an. Dies spiegelt sich auch in der Annäherung an den olym- pischen Sport sowie in Kooperationen mit einigen Spitzensportverbänden wider.
Spätestens seit den Spielen in London 201- hat der Para Sport große Sprünge hinsichtlich Professionalität, Aufmerksamkeit und öffentlicher Wahrnehmung gemacht. Die Paralympics sind längst aus dem Schatten des „olympischen Bruders“ ge- treten. Nicht zuletzt durch die beeindruckenden Leistungen der Athlet*innen hat sich der paralympische Leistungssport zu einer starken Marke entwickelt und ist somit das Aushängeschild – allerdings nur die Spitze der Pyramide.
Unerlässlich ist daher, den Blick stets auch auf die breite Basis zu lenken. Denn: Ohne die Stärkung des Breitensports und die Förderung der Nachwuchsarbeit verliert auch der Leistungssport von und für Menschen mit Behinderung langfristig an Bedeutung.

 NATIONALE SPIELE
Im Bereich der „Nationalen Spiele“ werden im Deut- schen Behindertensportverband (DBS) die deutschen Meisterschaften Boccia (Halle), Bosseln, Bowling, Faustball (Feld/Halle), Flugball, Fußballtennis, Kegeln (Bohle, Classic, Schere), Prellball, Sitzball, Wasserball sowie die Länderpokalturniere Boccia (Halle), Fuß- balltennis, Kegeln Bohle und Sitzball ausgetragen. Im Gegensatz zu deutschen Meisterschaften, bei denen Individualsportler*innen und/oder Mannschaften gegeneinander antreten, spielen bei Länderpokaltur- nieren Auswahlmannschaften der Landesverbände den Titel untereinander aus.
Den vorgenannten Sportarten ist gemein, dass sie eine sehr lange Tradition im DBS haben und sich der Wettbewerb auf das nationale Spielgeschehen be- schränkt. Neben den Meisterschaften auf Bundes- ebene werden in einigen Landesverbänden zudem Landesmeisterschaften ausgetragen. Diese bieten eine Plattform, damit sich Individualsportler*innen und Mannschaften auf lokaler, regionaler oder bun- desweiter Ebene miteinander messen und die Sie- ger*innen unter sich ausmachen. Dabei steht der Leistungsvergleich im Fokus, um sich für den Trai- ningsaufwand zu belohnen, neu zu motivieren und Leistungsfortschritte zu dokumentieren.

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