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Seite 18 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Praxistipps: Fit für die Vielfalt
Sehbehinderte und blinde Sportler*innen
Ein (inklusives) Sportangebot mit sehbehinderten und blinden Sportler*innen ist in den meisten Fällen mit geringem Aufwand und ohne erhöhtes Verletzungsrisiko möglich. Herausforderungen können jedoch besonders im Hinblick auf die Aufgabenbeschreibung sowie die Orientierung der Sportler*innen entstehen.
   - Vorabbegehung – Orientierung in der Sportstätte Vereinsverantwortliche oder Übungsleiter*innen sollten vorab eine gemeinsame Begehung der Sportstätte mit sehbehinderten und blinden Sportler*innen durchführen, um hilfreiche Orientierungstipps zu geben.
- Beschreibung als Schlüssel zum Erfolg
Übungsaufgaben und Bewegungsabläufe müssen verbal detailliert beschrieben werden. Ein Demonstrieren von Körperhaltungen ist aufgrund der Sehbehinderung meist nicht zielführend. Zudem können Anweisungen für Richtungsänderungen und Bewegungsabläufe über Berührung und Positionierung erarbeitet werden. Dabei sind klare Abprachen und Kommunikation untereinander wichtig, inwieweit taktile Hilfestellungen erwünscht oder erfordert sind.
- Routine schafft Sicherheit
Beim Aufbau von Bewegungslandschaften und Sportgeräten sollte zum einen darauf geachtet werden, diese möglichst linear oder rechtwinklig anzuordnen. Zum anderen ist es für Menschen mit Sehbehinderung leichter, wenn Geräte immer an der gleichen Stelle aufgebaut werden. Auch ein gleichbleibender Treffpunkt ist hilfreich.
- Akustische Signale
Klatschen, zurufen oder ähnliche akustische Signale können unterstüt- zend eingesetzt werden, um bspw. die Wurfrichtung anzuzeigen.
- Markierungen
Bunte Klebebänder oder Gummipads können für Menschen mit Seh- beeinträchtigung als hilfreiche Markierungen eingesetzt werden. Für blinde Personen eignen sich taktile, leicht erhabene Markierungen, die mit Händen oder Füßen ertastbar sind, besonders gut. Häufig lassen sich solche Markierungen mit einem ausreichend dicken Faden und gängigem Klebeband herstellen und auch leicht wieder entfernen.
- Kontraste
Bei Übungseinheiten sollte auf gute Lichtverhältnisse geachtet werden. Auch wenn Übungsleiter*in- nen vor einer gut kontrastierenden Wand stehen, kann dies Menschen mit Sehbehinderung helfen.
- Ballspiele
Farbige bzw. mehrfarbige Bälle für Menschen mit Sehbeeinträchtigung bzw. spezielle Klingelbälle für blinde Personen sind für Ballspiele geeignet. Auch Änderungen und Vereinfachungen der Spielregeln können Ballspiele für sehbehinderte und blinde Menschen zugänglich machen.
- Lauf- und Fangspiele
Lauf- und Fangspiele können mit Partner*in gespielt werden, aber auch akustische Signale können die Teilhabe unterstützen (z. B. Markierung der Fänger*innen durch Schellenband).
- Trainingspartner*innen geben Sicherheit
Sowohl in Individual- als auch in Mannschaftssportarten bietet sich das Training mit festen Trainingspartner*innen an.
Diese können beim Techniklernen unterstüt-
zen und Hilfestellung bzw. Korrekturen
geben. Außerdem sorgen immer
gleiche Partner*innen für
Routine und Sicherheit.


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