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Seite 22 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Praxistipps: Fit für die Vielfalt
 Rollstuhlsportler*innen
Es gibt viele Gründe für Rollstuhlfahrer*innen, sportlich aktiv zu sein. Denn für sie ist körperliche Aktivität oft die Voraussetzung für ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Der Deutsche Rollstuhl -Sportverband (DRS) bietet hierzu zahlreiche Mobilitätsprojekte an, zudem werden Interessierte rund um den Rollstuhlsport unterstützt und geschult. Bereits bestehende Angebote und Sportmöglichkeiten sind übersichtlich auf der interaktiven DRS-Vereinslandkarte zu finden.
 - Der Rollstuhl als Sportgerät
Wichtig ist, dass der Rollstuhl als Sportgerät und positives Hilfsmittel akzep- tiert und auch so eingesetzt wird. Die Sportler*innen lernen, als Einheit mit dem Sportgerät zu agieren, um sich dann im nächsten Schritt auf die sport- artspezifischen Techniken zu konzentrieren. Dies kann in inklusiven Sport- gruppen auch gleichermaßen für Fußgänger*innen gelten, die sich ebenfalls zunächst an das Sportgerät „Rollstuhl“ gewöhnen müssen.
- Das richtige Fahrwerk
Jeder Rollstuhl muss individuell auf die Anforderungen der Sportler*innen abgestimmt sein. In vielen Sportarten genügt für den Einstieg ein Alltags- oder Aktivrollstuhl. Mit Blick auf dynamische Sportarten ist allerdings wich- tig, dass dieser mit einem Kippschutz ausgestattet ist. Um bei zunehmender Spezialisierung und Professionalisierung optimale Voraussetzungen zu schaf- fen, sollte der Rollstuhl im weiteren Verlauf auf die Sportart abgestimmt werden.
- Der Umgang mit dem Rollstuhl
Rollstuhlfahren will gelernt sein. Gerade zum Einstieg in eine Sportart müssen die sportartspezifischen Bewegungen mit Rollstuhl gezielt trainiert und geschult werden. Weniger Kraft und mehr Technik erleichtern die Be- wegung. Dazu ist es wichtig, die funktionelle Beweglichkeit der jeweiligen Sportler*innen zu beachten und gezielt in das Training einzubauen.
- Ein wichtiger Faktor: Der Untergrund
Für Rollstuhlsportler*innen spielt die Wahl des richtigen Untergrundes im Training und im Wettkampf eine entscheidende Rolle. Glatte, ebene Flächen eignen sich besonders gut zur Fortbewegung, wohingegen unebenes, wei- ches oder steiles Gelände ungeeignet ist.
- Einsatz zusätzlicher Hilfsmittel
Beim Wechsel vom Rollstuhl in ein anderes Sportgerät werden in einigen Sportarten, wie z. B. im Kanusport, auch zusätzliche Hilfsmittel zum Transfer benötigt. Je nach individuellen Mög- lichkeiten können dabei bspw. Transfertische oder Rutschbretter zum Einsatz kommen.
- Methodisch-didaktische Umsetzung
Hat man die richtige Technik erlernt und den Rollstuhl als Sportgerät akzeptiert, ist die methodisch-didak-
tische Umsetzung des Trainings, unter
Berücksichtigung der adaptier-
ten Techniken, identisch
mit allen anderen
Sportarten.

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