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Seite 21 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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 Praxistipps: Fit für die Vielfalt

 Kleinwüchsige Sportler*innen
Das (inklusive) Training mit kleinwüchsigen Menschen ist gut umzusetzen. Allerdings sollte man im Hinblick auf die anatomischen Voraussetzungen und Belastbarkeiten einige Dinge beachten und ggf. Anpassungen vornehmen.
- Anatomische Gegebenheiten berücksichtigen
Bestimmte Übungsformen, Spielformen oder sportliche Disziplinen können aufgrund der verkürzten Gliedmaße und damit verbundenen Reichweitenbegrenzungen und ungünstigen Hebelverhältnissen oft nur eingeschränkt ausgeführt werden. Hierzu zählen bspw. schnelles Rennen oder weite und hohe Sprünge. In einigen Fällen haben Menschen mit Kleinwuchs zusätzlich ein verkleinertes Lungenvolumen. Dieses muss bei der Belastungssteuerung beachtet und bereits im Vorfeld bei der Trainingsplanung berücksichtigt werden.
- Belastung anpassen
In vielen Sportarten ist aufgrund der anatomischen Gegebenheiten eine Anpassung der Belastung notwendig. Steuern kann man diese bspw. durch die Wahl des Sportgerätes, verschiedener Gewichte oder unterschiedlicher Distanzen.
- Gelenkschonendes Training
Durch verkürzte Gliedmaße und Fehlstellungen (z. B. O-Beine) werden vor allem die Gelenke belastet, zusätzlich sind bei einigen Kleinwuchsformen die Gelenke an sich etwas weniger stabil. Deshalb sind Sportarten oder Übungsformen mit vielen Stop-and-go-Be- wegungen (z. B. Ballsportarten) oder häufigem Springen für diese Zielgruppe weniger geeignet. Dieses Hintergrundwissen ist vor allem für die Trainingsplanung und Übungs-
auswahl wichtig. Viele Ballsportarten sind allerdings in leicht abgewandelter Form trotzdem durchführbar. Laufen als Ausdauersportart ist prinzipiell möglich. Andere
Sportarten, wie Schwimmen oder Radfahren (ggf. unter Zuhilfenahme von Mobilitätshilfen, z. B. Laufrad, Roller), sind allerdings wesentlich gelenkschonender
und deshalb zu bevorzugen.
- Unsicherheiten ausräumen
Sollten Unsicherheiten bzgl. der zumutbaren Belastung bestehen, emp- fiehlt sich immer der offene Dialog mit den Sportler*innen. Diese werden in der Regel von Fachärzt*innen betreut und zu möglichen Gesundheitsrisiken beraten. Daher wissen sie oft selbst am besten über notwendige Grenzen und erforderliche Einschränkungen Bescheid.
 
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