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Seite 15 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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  Gemeinsam aktiv: Sport für Alle!
Der Leitgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention, die am 26. März 2009 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat, ist Inklusion: Menschen mit Behinderung müssen sich
nicht vorwiegend an die Umweltbedingungen anpassen, sondern die Umwelt muss so gestal-
tet sein, dass alle Menschen teilhaben können und niemand ausgeschlossen bleibt. So werden insbesondere öffentliche Institutionen und Organisationen rechtlich verpflichtet, Voraussetzun-
gen für eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen und nach und nach Barrieren aller Art abzubauen.
Inklusion im und durch Sport
Inklusion im Sport bedeutet für den Deutschen Behindertensportverband (DBS) einerseits, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Wünschen und Voraussetzungen ein Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot in seinem Umfeld wählen und an diesem – selbstbestimmt, gleichberechtigt und gleichwertig – teilnehmen kann. Andererseits geht es auch um die Partizipation in den Strukturen des organisierten Sports auf haupt- und ehrenamtlicher Ebene. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass alle gemeinsam Sport treiben müssen, sondern dass die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Jede*r soll zwischen verschiedenen Sportvereinen und Sportangeboten wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung äußern können.
Inklusion durch Sport bedeutet für den DBS, dass durch Sport ein Verständnis füreinander sowie die gegenseitige Anerkennung und der Respekt gefördert werden. Dies wird durch das gemeinsame Sporttreiben oder auch durch die Wahrnehmung von Leistungen und Fähigkeiten (z. B. sportliche Höchstleistungen von Menschen mit Behinderung bei den Paralympics) realisiert.
Inklusion als Gemeinschaftsaufgabe
Inklusion ist ein gemeinschaftlicher Prozess, der umso besser gelingt, je mehr Sportvereine und Sportverbände sich dieser Aufgabe stellen und Inklusionskonzepte entwickeln und umsetzen. In der Arbeitsgruppe Inklusion des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) findet ein regelmäßiger fachlicher Austausch statt, um gute Praxisbeispiele und Ansätze zur Umsetzung von Inklusion im und durch Sport weiter zu verbreiten sowie Unterstützungs-
bedarfe von Vereinen und Verbänden konkret zu ermitteln.
E-Book-Versionen des Index
www.dbs-media.de/index-kompakt www.dbs-media.de/index-gesamt
Inklusion erklärt (Länge: 1m50s) Dieses und weitere Videos unter:
www.dbs-npc.de/handbuch-behindertensport.html
Der Index für Inklusion im und durch Sport
Der Index für Inklusion im und durch Sport ist ein Wegweiser zur Förderung der Vielfalt im organisierten Sport in Deutschland. Er wurde vom DBS in Zusammenarbeit mit Expert*innen unterschiedlicher Institutionen innerhalb und außerhalb des organisierten Behindertensports entwickelt und verfolgt dabei folgende Ziele:
- Wegweiser für alle Personen und Ebenen, die inklusive Prozesse im Sport initiieren möchten
- Förderung des Auf- bzw. Ausbaues einer inklusiven Sportlandschaft
- Orientierungshilfe über und Sensibilisierung für Inklusion im und durch Sport
- Förderung der Selbstbestimmung, Partizipation und Gleichberechtigung im organisierten Sport
Dabei ist der Index für Einzelpersonen, Sportverbände und -vereine sowie Einrichtungen und Institutionen außerhalb des organisierten Sports gleichermaßen geeignet, um Kulturen, Strukturen und Praktiken inklusiv zu gestalten.
   
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