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Seite 55 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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    Triathlon  
      AUF EINEN BLICK
  - „Tria“ (drei) und „Athos“ (Wettkampf): Drei- klang aus Schwimmen, Radfahren und Laufen
- Von Sprint-Distanz bis Ironman: Schneller Einstieg mit Spielraum für neue Herausforde- rungen
- Handbike, Tandem und Rennrollstühle ermög- lichen den Sport für Alle
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Zunächst werden die klassischen Materialen wie Rennrad, Lauf- und Radschuhe, Helm, Schwimmbrille und der Wettkampf-Einteiler benö- tigt. Das Tragen eines Kälteschutzanzuges auf der Schwimmdistanz ist im Para Triathlon erlaubt und wird bei geringer Wassertemperatur sogar im Regel- werk vorgeschrieben. Für das Radfahren benötigen Rollstuhlsportler*innen ein Handbike. Die Laufdistanz wird mit Rennrollstuhl absolviert. Sehbehinderte und blinde Sportler*innen gehen auf der Raddistanz mit geschultem Guide und auf einem Tandem an den Start. Sportler*innen mit Amputation ist das Tragen von Arm- und Beinprothesen beim Radfahren erlaubt, so dass sich eine Verbindung zum Fahrrad herstellen lässt. Bei der Laufdistanz sind zusätzlich dazu auch Orthesen, Krücken oder nicht motorisierte Gehhilfen erlaubt. Spezielle Rad- bzw. Laufprothesen sind von Vorteil. Auf der Schwimmdistanz sind keine Hilfsmittel (z. B. Prothesen oder Orthesen) zugelassen, die einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.
    GUT ZU WISSEN
Die Ausdauersportart Triathlon wird als Mehrkampf in den Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen ausgetragen. Alle drei Disziplinen finden in dieser Reihenfolge unmittelbar hintereinander statt, so dass auch die Wechsel zwischen den Disziplinen Teil des Wettkampfes sind.
Differenziert wird beim Triathlon in unterschiedliche Distanzen: Von der Sprintdistanz mit 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen hin zur Langdistanz mit 3,86 Kilome- tern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren, gefolgt von einem Marathon mit 42,195 Kilometern. Eine Abwandlung des Triathlons stellt der Duathlon dar, bei dem das Schwimmen durch eine weitere Laufdistanz ersetzt wird. Im Behindertensport feierte Para Triathlon 2016 paralympische Premiere. In den einzelnen Teildisziplinen gibt es je nach Behinderung Anpassungen. So absolvieren Rollstuhl- sportler*innen nach dem Schwimmen die weiteren Disziplinen mit Handbike und Rennrollstuhl. Stark sehbehinderte und blinde Sportler*innen starten mit Guide.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Damit alle Spaß am Triathlon finden, können individuelle Anpassungen entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse der Sportler*innen vorgenommen werden. Der Einsatz von Handbike und Rennrollstuhl verlangt von Rollstuhlsportler*innen ausreichend Beweglichkeit im Rumpf und Schulterbereich ab. Sehbehinderte und blinde Sportler*innen sind während der Schwimm- und Laufdisziplin über ein elastisches Gummiband unter Berücksichtigung eines vorgegebenen maximalen Abstands mit ihrem Guide verbunden. Dabei ist es den Guides allerdings untersagt, unterstützend einzugreifen, in dem sie die Sportler*innen bspw. schieben, ziehen oder stützen. Für alle Sportler*innen sind, je nach Art der
Behinderung, ein oder zwei Helfer*innen während des Rennens zugelassen, die beim An- und Ab- legen der Prothesen, beim Wechsel auf das Handbike oder den Rennrollstuhl sowie beim Ablegen wettkampfspezifischer Kleidung (z. B. Neoprenanzug oder Helm) helfen dürfen. Zudem können spezielle Schwimmausstiegshelfer*innen den Sport- ler*innen beim Übergang vom Wasser in den Radbereich behilflich sein, indem sie bspw. Gehhilfen reichen oder Sportler*innen in den Wech- selbereich tragen; erst ab hier sind persönliche Helfer zugelassen. Beim Para Triathlon wird ausschließlich im Wasser gestartet. Grundsätzlich starten Para Triathlet*innen immer gleichzei- tig, allerdings sollten die Sportler*innen aus Sicherheits- gründen möglichst in absteigender Reihenfolge ihrer Startklassen (sehbehinderte und blinde Sportler*innen starten zuerst) ins Wasser gehen. Im kombinierten Wettkampf sollten die Para Triathlet*innen nach den Teilnehmer*innen ohne Behinderung starten. Ein In- tervall-Startsystem soll für Chancengleichheit sorgen. Dabei bekommen die Sportler*innen, je nach Behin- derung, einen definierten Zeitvorteil gutgeschrieben. Variationen in den Distanzen der einzelnen Disziplinen können den Trainingseinstieg vor allem für Anfänger*in-
nen erleichtern.
 
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