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Seite 49 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Snowboard

       AUF EINEN BLICK
  - Snowboardcross, Race und Freestyle: Atemberau- bende Wintersportart mit Geschwindigkeit, Tricks und Sprüngen
- Lifestyle, Kreativität und Technik
- Guter Gleichgewichtssinn erforderlich
- Kann nur im Stehen ausgeübt werden
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Grundsätzlich wird im Trainings- und Wettkampfbetrieb mit dem klassischen Material ge- startet. Bretter und Bindungen sollten im Allgemeinen an die jeweiligen Sportler*innen angepasst werden. Menschen mit Beinprothesen müssen möglicherweise an den Snowboardschuhen zusätzliche Veränderungen vornehmen. Dabei wird in der Regel keine spezielle Sportprothese benötigt. Hinsichtlich der Bewegungs- übertragung ist dafür allerdings eine bewegliche All- tagsprothese (hydraulisches oder elektronisches Knie- bzw. Fußgelenk) notwendig. Bei Sportler*innen mit Lähmungen oder Amputationen im Bereich der oberen Extremitäten oder Lähmungen der unteren Extremitä- ten sowie bei zerebralen Bewegungsstörungen bedarf es keiner speziellen Hilfsmittel. Zusätzlich kann es bei Lähmungen im Bereich der oberen Extremitäten für Er- leichterung sorgen, wenn die betroffenen Gliedmaßen am Körper fixiert werden. Grundsätzlich gilt eine Pflicht zum Tragen von Helmen und Rückenprotektoren, weite- re Schutzkleidung ist nicht notwendig.
    GUT ZU WISSEN
Beim Snowboarden gleiten die Sportler*innen Pisten hinab, überwinden Hindernisse oder zeigen bei hohen Sprüngen und Tricks ihr Können. Dabei wird zwischen Freestyle, Alpin und Snowboardcross unterschieden. Beim Freestyle kommt es vor allem auf Kreativität und Schwierigkeit bei den Tricks an. Bei den alpinen Wettbewerben im Parallel-Slalom oder Riesenslalom entscheiden Geschwindigkeit und Technik über den Sieg.
Diese beiden Faktoren sind auch beim Snowboardcross entscheidend. Hier treten jeweils vier Sport- ler*innen gleichzeitig in Ausscheiderennen auf einer mit Hindernissen (z. B. Steilkurven, Sprünge oder Bodenwellen) präparierten Strecke gegeneinander an. Im Behindertensport feierte Snowboar- den 2014 Premiere bei den Paralympics. Auf paralympischer Wettkampfebene gibt es die beiden Disziplinen Snowboardcross und Banked-Slalom. Der Snowboardcross unterscheidet sich dabei nicht wesentlich vom klassischen Wettbewerb, allerdings wird in der Qualifikation zunächst alleine gestar- tet und es finden keine Ausscheiderennen statt.
Beim Banked-Slalom absolvieren alle Sportler*innen einen Slalomparcours jeweils drei Mal alleine, wobei nur der schnellste Lauf in die Wertung eingeht. Größter Unterschied zu den klassischen alpi- nen Disziplinen ist hierbei der Parcours, der hauptsächlich aus Steilkurven und natürlichen Uneben- heiten besteht und damit dem des Snowboardcross ähnelt.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Wichtige Voraussetzung fürs Snowboarden ist, dass die Sportler*innen in der Lage sind, den Sport im Stehen auszuüben. Anders als im Skisport gibt es bislang keine Möglichkeit, sitzend Snow- board zu fahren. Generell spielt das Erlernen von individuell optimalen Fahr- techniken eine entscheidende Rolle, die durchaus unterschiedlich sein können. Snowboarden verlangt einen guten Gleichgewichtssinn, weshalb auch bei Sportler*innen mit einer Hörbehinderung teilweise individuelle Anpassungen an der Technik vorge- nommen werden müssen. Sehbehinderte und blinde Sportler*innen fahren mit einem Guide. Gearbei- tet wird hierbei mit akustischen Signalen und Kommandos. Auch Menschen mit geistiger Behinderung finden Spaß am Snowboard- fahren. Dabei sollte viel mit Bewegungsvor- bildern bzw. Bewegungshilfen praktiziert werden und die jeweiligen Trainings- inhalte in ihrer Komplexität angepasst werden. Snowboardfahrer*innen sind in der Regel in der Wahl des Skigebiets und des Skilifts nicht eingeschränkt. Sessellifte bieten gerade für Anfänger*innen Erleich- terung, aber auch das Schleppliftfahren ist
mit ein wenig Übung gut möglich.

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