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Seite 48 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Ski nordisch & Biathlon

      GUT ZU WISSEN
Ski nordisch umfasst die Wintersportdis-
ziplinen Skilanglauf, Skispringen und die nordische Kombination als Verbund aus beidem. Biathlon gilt als eigene Disziplin be- stehend aus Langlauf und einem integrierten Schießwettbewerb. Im Bereich des Behinder- tensports liegt der Fokus vor allem auf Skilang- lauf und Biathlon. Dabei werden die Wettkämpfe anhand der zurückzulegenden Strecke und ihrer Start-
form unterschieden.
Beim Biathlon wird je nach Wettbewerb im Liegen oder Stehen
geschossen. Die Entfernung zur Scheibe, ihre Größe und die Anzahl der Schüsse kann dabei variieren. Das Verfehlen der Scheibe zieht aller- dings stets eine Sanktion in Form von Strafminuten oder Strafrunden nach sich. Zu- dem können beide Wintersportarten im Sitzen oder Stehen ausgetragen werden. Um im Wettkampf für Chancengleichheit zu sorgen, gibt es im Behindertensport ein Faktorsystem, das den Sportler*innen, je
nach Art ihrer Beeinträchtigung, einen Zeitvorteil verschafft.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Durch die zuvor beschriebenen Anpassungen des Materials finden alle schnell Spaß am Langlauf und am Bi- athlon. Um für sehbehinderte und blinde Sportler*innen sowie auch Trainingsanfänger*innen den Schwie- rigkeitsgrad beim Schießen zu regulieren, kann die Größe der Scheibe verändert werden. Auf der Loipe werden sie von einem Guide unterstützt. Dieser befindet sich etwa zwei bis drei Meter vor den sehbehin- derten und blinden Sportler*innen und damit in Hördistanz, um über
verschiedene Kommandos Fahranweisungen geben zu können und auf nahende Kurven, Anstiege oder Abfahrten vorzubereiten. Sportler*innen mit einer Amputation oder Bewegungseinschränkung der oberen Extremitäten verwenden zwar das klassische Equipment, benötigen beim Schießen jedoch unter Umständen einen Federstän- der als Waffenauflage. Dieses Hilfsmittel kann dann zum Einsatz kom- men, wenn das Gewehr nicht aus eigener Kraft gehalten werden kann. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Bereich der unteren Extremitäten sowie Personen mit Querschnittslähmung oder Amputa- tion bieten Langlaufschlitten eine gute Alternative zu den klassischen Skiern. Allerdings erfordert das Handling eine gute Rumpfstabilität und Beweglichkeit im oberen Rücken. Bei dieser Zielgruppe spielt zu- sätzlich die Wahl der richtigen Loipe eine Rolle, da mit dem Langlauf- schlitten nicht jede Loipe gleichermaßen gut befahren werden kann. In der Regel eignen sich besonders blaue Loipen mit wenig Anstieg und Gefälle.
  AUF EINEN BLICK
  - Skilanglauf, Skispringen und Biathlon
- Wird je nach Disziplin im Einzel oder als
Staffel ausgeübt
- Kann im Stehen oder mit Sitzschlitten aus- geführt werden
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Die inklusive Umsetzung des nordischen Ski- und Biathlonsports im Verein erfor- dert zunächst alle klassischen Materialien wie Skier, Stöcke und Biathlonwaffen. Stark gehbehinderte Sportler*innen oder Rollstuhlfahrer*innen starten mit einem speziellen Sitzschlitten. Dieser ist speziell für den Langlauf konzipiert und besteht aus einem Sitz, einem leichten Aluminiumrahmen (ggf. mit einer Vorrichtung zum Abstellen der Beine) sowie Fixiergurten und herkömmlichen Skibindungen, an denen Langlaufski befestigt werden. Die Rückenleh- ne und der Winkel des Sitzes lassen sich individuell an die Bedürfnisse der Sportler*innen anpassen. Sportgeräte, die im Wettkampf zum Einsatz kom- men, sind deutlich dynamischer und unterscheiden sich leicht in ihrem Aufbau. Sehbehinderte und blin- de Sportler*innen benötigen für die Schießdiszipli- nen spezielle Waffenaufbauten. Hierbei wird über ein Infrarotsystem ein Akustiksignal erzeugt, das im- mer höher wird, je weiter sich der Gewehrlauf dem Mittelpunkt der Scheibe nähert.
      


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