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Seite 42 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Pferdesport

      GUT ZU WISSEN
Auf dem Pferd können Menschen mit und ohne Behinderung aktiv werden und die vielfältigen Diszi- plinen im Pferdesport gemeinsam ausüben. Das Pferd ist dabei ver-
bindendes Element. Im Bereich des Behindertensports gibt es derzeit fünf Disziplinen des Pferdesports: Para Dressur, Para Fahren, Para Springen, Para
Voltigieren und Para Reining.
Der Para Pferdesport erfährt vor allem im Be-
reich des Breitensports viel Zulauf, darüber hinaus sind auch die Wettkampfstrukturen gut ausgebaut. So finden neben Regelturnieren zusätzlich spezielle Wettbewer- be für Menschen mit Behinderung statt. Bei Turnierteilnahmen wird in Leistungsklassen – sogenannte Grades – unterschieden, die sich nach der Art und Schwere der Behinderung sowie der Möglichkeit der Einwirkung auf das Pferd richten. Im Para Dressur- sport, der derzeit einzigen paralympischen Disziplin, gibt es fünf Grades, die im Wettkampf unterschied-
liche und an die Behinderung angepasste Aufgaben gestellt bekommen.
Zu beachten sind die Regelwerke der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und die Durchführungsbe- stimmungen des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR).
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Den Weg in den inklusiven Pferdesport finden Interessierte entweder über Pferdesportvereine oder Ein- richtungen des therapeutischen Reitens. Gerade im Bereich des Breitensports werden zunehmend inklusi- ver Reitunterricht, Reiterferien und Reitfreizeiten angeboten. Der Übergang von der Therapie in den Sport wird von vielen Einrichtungen gefördert.
Der Sportgesundheitspass gilt im Para Pferdesport als Eintritt in den Turniersport. Mit ihm soll Chancen- gleichheit erreicht und die Vergleichbarkeit bei Regelwettkämpfen gesichert werden. Grundlage ist eine aktuelle Sportfähigkeitsbescheinigung und eine Klassifizierungsuntersuchung bei autorisierten Ärzt*innen oder Physiotherapeut*innen. Im Sportgesundheitspass sind die Grades der Sport-
ler*innen und die zugelassenen kompensatorischen Hilfsmittel vermerkt. Diese Hilfsmittel sind sowohl bei Regelsportturnieren als auch bei Para Pferdesporttur- nieren zugelassen. Auch ohne den Sportgesundheitspass kann man an sportlichen Wettbewerben teilnehmen, dann allerdings ohne den Einsatz spezieller Hilfsmit- tel. Der Sportgesundheitspass ist Bestandteil der Leistungs- und Prüfungsordnung (LPO) sowie der Wettbewerbsordnung für den Breitensport (WBO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Wichtige Voraussetzung für den Para Pferdesport ist ein stabiler Sitz. Die kompensatorischen Hilfsmittel können zwar unterstützend zum Einsatz kommen, eine gewisse Rumpfstabilität ist allerdings erforderlich.

  AUF EINEN BLICK
  - Ein starkes Team: Pferd und Reiter*in
- Sowohl Leistungssport, Freizeitsport als auch
Therapie
- Stabiler Sitz und Rumpfstabilität erforderlich
- Unterstützung durch kompensatorische Hilfs- mittel möglich (spezielle Zügel, modifizierte Sattel)
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: In allen Pferdesportdisziplinen stehen eine Reihe von standardisierten und indivi- duellen Hilfsmitteln zur Verfügung, die die gemein- same Ausübung des Sports von Menschen mit und ohne Behinderung sowie die Kommunikation mit dem Pferd ermöglichen bzw. erleichtern. Hier gibt es bspw. spezielle Zügelführungen, Spezialsättel mit Pauschen und geschlossene Steigbügel. Sehbehin- derte und blinde Sportler*innen werden im Dres- surreiten von sogenannten „Callern“ unterstützt, die mittels einer abgestimmten Kommunikation für die notwendige Orientierung im Dressurviereck sor- gen. Voraussetzung für die Nutzung solcher Hilfs- mittel und den Einsatz von Callern im Wettkampf ist die Eintragung in den Sportgesundheitspass. Darüber hinaus können spezielle Aufstiegshilfen wie Rampen oder Lifts im Training und Wettkampf zum Einsatz kommen. Diese gehören bei vielen the- rapeutische Einrichtungen bereits zur Ausstattung.


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