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Seite 36 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Judo
      GUT ZU WISSEN
Judo ist eine japanische Kampfsportart, bei der Wür- fe, Haltegriffe, Würge- und Hebeltechniken sowie Fuß- und Kontertechniken im Mittelpunkt stehen –
unterschieden in Stand- und Bodentechniken. Auch die Fallschule ist ein wichtiger Bestandteil des Judotrai- nings, um durch gezielte Körperkontrolle Verletzungen zu vermeiden. Im Judosport kann das eigene Können von Stufe zu Stufe gesteigert und durch Gürtelprüfungen unter Be- weis gestellt werden. Unterschiedlich farbige Gürtel zeigen die Graduierung und damit das technische Können der Judoka. Um für Chancengleichheit im Wettkampf zu sorgen, wird außerdem in Alters- und Gewichtsklassen unterteilt. Im Behindertensport wird Judo sowohl für sehbe- hinderte und blinde Menschen als auch für Menschen mit geistiger Behinderung und für schwerhörige und gehörlose Menschen mit nationalen und internationalen Wettkampfstrukturen angeboten. An den Paralympics können derzeit nur Menschen mit Sehbehinderung teilnehmen. Für Sport- ler*innen mit geistiger Behinderung gibt es regionale Angebote sowie Landes- und deutsche Meisterschaf- ten, international ist ID-Judo bei den Special Olympics World Games vertreten. Schwerhörige und gehörlose Menschen nehmen national in der Regel an den Veranstaltungen der Judoka ohne Behinderung teil, inter-
national gibt es die Deaflympics.
Darüber hinaus kann mit nahezu jeder Form der körperlichen Einschränkung Judo betrieben werden. Grund- sätzlich gilt auch hier das klassische Regelwerk, allerdings mit einigen Anpassungen. Der Deutsche Judo-Bund hat hierzu eine spezielle Prüfungsordnung für Menschen mit Behinderung entwickelt, welche die Gürtelprü- fung für stehfähige und nicht-stehfähige Judoka unterscheidet. Neben dem sportlichen Aspekt schult Judo auch soziale Kompetenzen wie Selbstbeherrschung, Achtung vor dem Gegner, Respekt und Hilfsbereitschaft.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Mit einfachen Anpassungen, unter anderem mit Blick auf Trainings- und Wettkampfinhalte, finden alle Spaß am Judo. Vor allem für Menschen mit geistiger Behinderung gilt es, die Komplexität der geforderten Auf- gaben zu reduzieren. Auch der Umgang mit der eigenen Kraft und Stärke muss gezielt trainiert werden. Deshalb wird im ID-Judo häufig auf Würge- und Hebeltechniken verzichtet, um Verletzungen zu vermeiden. Gerade für die genannte Zielgruppe, aber auch für sehbehinderte und blinde Judoka bieten sich Trainings- partner*innen an, die durch zusätzliche Erklärungen und Bewegungsvorbilder das Erlernen bestimmter Techniken erleichtern.
Wegen des ausgeprägten Körperkontakts ist Judo eine ideale Sportart für sehbehinderte und blinde Men- schen. Aufgrund der fehlenden visuellen Kontaktaufnahme dürfen sich diese Judoka zur besseren Orientie- rung bereits vor Kampfbeginn am Anzug greifen. Auch Menschen mit Einschränkungen der unteren Extre- mitäten finden durch wenige Anpassungen schnell Spaß am Sport. Besonders für diese Zielgruppe ist jedoch eine ausreichende Mobilität im Schulterbereich wichtig. Nicht-stehfähige Judoka kämpfen in der Regel am Boden. Allerdings ist auch mit Rollstuhl die Demonstration bestimmter Wurf- und Hebeltechniken möglich, wobei sich Rollstuhlsportler*innen dabei mit stehfähigen Judoka messen. Dafür reicht der Alltagsrollstuhl aus. Anstelle des Vollkontaktkampfes treten einige Ersatztechniken, die individuell an die Bewegungsmög- lichkeiten der Sportler*innen angepasst werden sollten.
 
  AUF EINEN BLICK
  - Am weitesten verbreitete Kampfsportart mit Würfen, Haltegriffen, Würge- und Hebel- techniken
- Judo ist japanisch und bedeutet „Der sanfte Weg“
- Spezielle Prüfungsordnung für Menschen mit Behinderung
- An den Paralympics können sehbehinderte und blinde Judoka teilnehmen
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Für das inklusive Judotraining im Verein werden lediglich die klassischen judospezi- fischen Trainingsutensilien benötigt. Judokas tragen einen speziellen Anzug bestehend aus einer weißen Hose und einer Jacke (im Wettkampf auch in Blau). Die Jacke wird durch den farbigen Gürtel (Graduie- rungssystem) gehalten. Es wird grundsätzlich bar- fuß trainiert.
Aus Sicherheitsgründen werden im Judotrai- ning Matten als Unterlage genutzt, um bei Wurf- oder Falltechniken Verletzungen zu vermeiden. Hilfreich für die Trainingsgestaltung, vor allem in der Anleitung von Sportler*innen mit geistiger Behinderung, sind vielfältige Materialien, die das Begreifen und das Erleben verbessern. Dazu zählen bspw. Kleinmaterialien wie Seile, Bänder, Keulen und Reifen, die in fast jeder Sporthalle zu finden sind.

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