Basic HTML Version
Seite 33 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
P. 33

Fußball
       AUF EINEN BLICK
  - Der Sport für Alle: Amputiertenfußball, Blindenfußball, E-Rolli-Fußball, Fußball-CP, ID-Fußball oder Wheelsoccer
- Mannschaftssportart, die weltweit von rund 240 Millionen Menschen gespielt wird
- Für die Rollstuhlvariante sind spezielle Sport- rollstühle erforderlich
- Beim Blindenfußball ist der Ball im Inneren mit Rasseln versehen und auf diese Weise hörbar
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Wichtig ist zunächst die Wahl des richtigen Spielgeräts für die jeweilige Spielform. So kommt beim Blindenfußball bspw. ein kleinerer, deutlich schwererer, mit rasselnden Metallplätt- chen gefüllter Ball zum Einsatz. Wheelsoccer wird hingegen mit einem großen Gymnastikball und Sitzfußball mit einem Volleyball gespielt. Für Trai- ningsanfänger*innen eignet sich ein leichterer Ball besonders gut. Neben der Wahl des richtigen Spiel- geräts kommt es in allen Varianten auch auf den passenden Untergrund bzw. das Spielfeld an. Einige Spielformen werden auf dem klassischen Fußballra- sen oder auf Kunstrasen gespielt, teilweise mit An- passungen der Spielfeldgröße. Für andere Varianten bietet ein glatter Hallenboden optimale Fortbewe- gungsmöglichkeiten, so z. B. beim Sitzfußball oder Wheelsoccer.
    GUT ZU WISSEN
Die Ballsportart Fußball lässt sich nahezu überall spielen, da in der Regel lediglich zwei Tore und ein Ball benötigt werden. Auch für Menschen mit Behinderung gibt es zahlreiche Varianten und Spielformen. Die Disziplinen reichen vom Sitz-, Geh-, Amputierten- oder Prothesenfußball, über Fußball für Menschen mit Zerebralparese (CP-Fußball), Wheelsoccer oder E-Rolli-Fußball hin zum Fußball für gehörlose, sehbehinderte und blinde Menschen sowie Fußball für Menschen mit geistiger Behinderung (ID-Fußball oder Werkstattfuß- ball). Die Spielfeldmaße, die Spieldauer, die Anzahl der Spieler*innen sowie das Regelwerk können je nach Disziplin leicht variieren. So wird Blindenfußball bspw. mit fünf, Amputiertenfußball mit sechs und CP-Fußball mit sieben Spieler*innen gespielt. In einigen Disziplinen haben sich bereits nationale und regionale Ligasys- teme entwickelt. Derzeit ist Blindenfußball allerdings die einzige paralympische Disziplin. Zusätzlich gibt es bereits zahlreiche Inklusionsteams, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam Fußballspielen. Die DFB-Landesverbände organisieren für diese Zielgruppe unterschiedliche re- gionale Wettbewerbsformate. So existieren bspw. in unterschiedlichen Verbänden eigene Inklusionsligen.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten findet nahezu jeder die individuell optimale Spielform und da- durch Spaß am Fußball. Beim Wheelsoccer sind für Querschnittsgelähmte und Menschen mit eingeschränk- ter Mobilität mit einem dynamischen Sportrollstuhl mit Kippschutz beste Voraussetzungen gegeben, für den Einstieg genügt aber auch ein kippsicherer Alltagsrollstuhl. Da der große Gymnastikball mit der Hand gespielt wird, ist eine gute Beweglichkeit der oberen Extremitäten notwendig. Für Menschen mit starker Bewegungs- einschränkung ist E-Soccer geeignet. Dabei wird der Ball mit einem vorgebauten Gitter am Rollstuhl bewegt. Beim Amputiertenfußball können neben Spieler*innen mit Bein-Amputation auch Menschen mit einem am-
putierten Arm als Torhüter*innen mitwirken. Sportler*innen im Amputiertenfußball spielen mit gängigen Unterarmgehstützen. Voraussetzung ist, dass mit einem Bein geschossen werden kann. Für Sport- ler*innen mit einseitiger Bein-Amputation ist Sitzfußball eine Option. Im Gehörlosenfußball gibt es nur wenige Anpassungen, so werden bspw. Pfiffe der Schiedsrichter*innen bei Regelwidrigkeiten durch das Aufzeigen einer Flagge ersetzt. Beim Blindenfußball kommt dem deutlich langsameren und gut hörbaren Ball eine wichtige Bedeu- tung zu. Hierbei tragen die Feldspieler*innen Dunkelbrillen und Augenpads, die gleiche Bedingungen für Sportler*innen mit Restsehstärke und blinde Sportler*innen schaffen. Diese Brillen können auch durch abgeklebte Skibrillen oder Schlafmasken ersetzt werden. Sehende Torhüter*in- nen, Trainer*innen und ein weiterer Guide können Spielanweisun- gen geben. Diese Form des Fußballs lebt von der aktiven Kommuni- kation auf dem Spielfeld. Gerade für Trainingsanfänger*innen und Menschen mit geistiger Behinderung empfiehlt sich die Bildung von Tandem-Teams, bei denen die Sportler*innen von erfahrenen Fußballer*innen begleitet werden, um leichter Korrekturen vor- nehmen zu können und beim Bewegungslernen zu unterstützen. Je nach Leistungsstand kann in allen Fällen die Veränderung von Team- und Spielfeldgröße, Ballart, Spielfeldbegrenzungsformen, Si-
gnalen oder der Torgröße für Vereinfachung sorgen.

   31   32   33   34   35