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Seite 27 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Boccia

      AUF EINEN BLICK
  - Die italienische Variante des Boule-Spiels
- Präzisionssportart: Koordination, Taktik und
Konzentration
- Wird im Einzel, Doppel oder als Mannschaft gespielt
- Für Menschen mit erheblich eingeschränkter Mobilität geeignet
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Für das klassische Boccia-Spiel reicht ein Spielset mit einem weißen Zielball sowie sechs roten und blauen Bällen. Je nach Behinderung ist der Einsatz von Armen und Beinen nur einge- schränkt möglich. In diesem Fall kommen spezielle Rampen, Gleitrohre oder Abrollschienen zum Ein- satz. Diese dürfen von einer Spielassistenz bedient werden, der es zusätzlich erlaubt ist, auch bei den weiteren Wurfvorbereitungen zu helfen. Die Hilfs- mittel können individuell angepasst oder im Fach- geschäft erworben werden. Für den Einstieg in die Sportart lassen sich Rampen aber auch mit einfa- chen Mitteln wie z. B. Turnmatten simulieren. Um sehbehinderten und blinden Spieler*innen den Zu- gang zur Sportart zu ermöglichen, gibt es spezielle Touch-Boards, die das aktuelle Spielgeschehen – also die aktuelle Position des Zielballs sowie der eigenen und gegnerischen Bälle – mithilfe unterschiedlich geformter Pins auf einem Spielbrett abbilden.
    GUT ZU WISSEN
Die Präzisionssportart Boccia ist eine Variante des Boule-Spiels, die ein hohes Maß
an Koordination, Taktik und Konzentration erfordert. Der Jackball (Zielball) wird
als erster Ball ins Feld geworfen. Ziel ist es, die eigenen Bälle näher am weißen
Jackball zu platzieren als die Gegner*innen. Hierbei ist Werfen, Schießen oder Rol-
len über eine Rampe möglich. Es ist außerdem erlaubt, durch den eigenen Wurf
die gegnerischen Bälle weiter vom Jackball zu entfernen oder in eine ungünstige
Position zu bringen. Wenn alle Bälle gespielt sind, gilt: Für jeden Ball, der näher als
der der Gegner*innen am Jackball liegt, gibt es einen Punkt. Das Spielfeld ist 12,5
Meter lang und 6 Meter breit. Da es in Sporthallen meist keine speziellen Boccia-
Felder gibt, orientiert man sich an den Maßen des Badminton-Feldes und passt
dieses in der Länge entsprechend an. Dies ist bspw. mit herkömmlichem Klebeband möglich, wobei eine rückstandslose Entfernung vom Hallenboden beachtet werden muss. Boccia kann im Einzel, im Doppel oder als Mannschaft, bestehend aus drei Spieler*innen, gespielt werden. Im Einzel und Doppel werden pro Spiel je vier Runden, bei einem Mannschaftsspiel sechs Runden ausgespielt. Boccia kann sowohl in der Halle als auch im Freien gespielt werden.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Boccia ist besonders auf die Belange von Menschen mit teils erheblich eingeschränkter Mobilität ab- gestimmt und eignet sich daher optimal als inklusive Sportart. Durch Hilfsmittel wie Rampen und einer Spielassistenz ist Boccia auch ohne Funktion der Arme oder Beine möglich. Spielassistent*innen stehen während der gesamten Runde mit dem Rücken zum Spielfeld und dürfen die Rampe ohne Aufforderung der Spieler*innen nicht bewegen. Für Rollstuhlsportler*innen ist die Anschaffung eines Sportrollstuhls nicht notwendig, da Boccia problemlos mit dem Alltagsroll- stuhl gespielt werden kann. Um die Sportart für alle zugänglich zu machen, dürfen die Bälle gewor- fen, gestoßen oder gerollt und mit der Hand oder dem Fuß gespielt werden. Geeignet sind vor allem Bälle, die mit Leder oder einem vergleichbar griffigen Material überzogen sind und unterschiedli- che Härtegrade aufweisen. Das er- möglicht allen Sportler*innen ein optimales Handling, angepasst an die individuellen Bedürfnisse. Die speziellen Touch-Boards, die das Spielgeschehen taktil abbilden, öffnen die Sportart zusätzlich für sehbehinderte und blinde Men-
schen.

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