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Seite 29 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Bosseln
       AUF EINEN BLICK
  - Präzisionssportart: Hat trotz ähnlicher Schreibweise nichts mit Boßeln gemeinsam
- Mannschaftssportart, in der jährlich deut- sche Meisterschaften ausgetragen werden
- Beweglichkeit im oberen Rücken und Schulterbereich sowie ausreichend Griffkraft erforderlich
- Kann im Stehen oder mit Rollstuhl gespielt werden
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Für Bosseln wird ein Spielset be- nötigt, bestehend aus jeweils drei mit einem weißen bzw. einem grünen Gummiring gekennzeichneten Bosseln, sowie einer roten Daube. Für Menschen mit Beinprothese ist die Sportart bestens geeignet, das Tragen einer Sportprothese ist nicht notwendig. Ebenso können Rollstuhlsportler*innen problemlos mit dem Alltagsrollstuhl spielen. Das Spielfeld kann mit Klebeband markiert werden, allerdings ist dar- auf zu achten, dass sich dieses wieder rückstandslos entfernen lässt.
Beste Voraussetzungen für das Bosseln sind auf einem glatten, ebenen Hallenboden gegeben. Eine nicht ganz optimale Beschaffenheit des Hallenbo- dens kann durch eine Verkürzung der Wurfbahn ausgeglichen werden.
   GUT ZU WISSEN
Bei der Präzessionssportart Bosseln kommt es darauf an, mit Kraft und Geschicklichkeit einen Schiebestock – die Bossel – möglichst exakt in ein Zielfeld zu werfen bzw. zu schieben. Die Bosseln sind mit einem ge- schwungenen Handgriff und Bürsten an der Unterseite versehen, damit sie optimal über den Hallenboden gleiten können.
Die Sportart, die ihre Wurzeln im Eisstockschießen hat, wird mit einem 4,65 Kilogramm (+/- 200 Gramm) schweren Spielgerät betrieben. Jedes Team besteht aus je drei Spieler*innen, auch Mixed-Mannschaften sind zugelassen. Gespielt wird dabei auf eine zehn bis zwölf Meter lange und zwei Meter breite Wurfbahn, an deren Ende sich ein vier Meter langes Zielfeld befindet. Die Spieler*innen beider Mannschaften ver- suchen mit abwechselnden Würfen, ihre farbigen Bosseln möglichst nah an einen im Zielfeld liegenden Holzwürfel – die Daube – heranzubringen.
Ähnlich wie beim Boccia ist es beim Bosseln erlaubt, mit dem eigenen Wurf die gegnerische Bossel aus dem Zielfeld herauszustoßen oder die Daube innerhalb des Zielfelds in eine für den Gegner ungünstige Stellung zu bringen. Die Wertung erfolgt nach Punkten, wobei nur Bosseln im Zielfeld mit einem Punkt gewertet werden. Die Bossel, die der Daube am nächsten liegt, zählt zwei Punkte. Gewonnen hat am Ende der sechs Spielrunden das Team mit der höchsten Anzahl an Punkten. Der Vorteil: Bosseln kann sowohl im Stehen als auch im Sitzen gespielt werden.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Damit alle Spaß am Bosseln finden, können leichte Anpassungen vorgenommen werden. Für die optimale Ausübung sollte ausreichend Beweglichkeit im oberen Rücken und im Schulterbereich so- wie ausreichend Griffkraft vorhanden sein. Bei Rollstuhlsportler*innen oder bei Menschen, die im Sitzen spielen, können die Bosseln durch eine weitere Person angereicht werden. Laut Regelwerk kann die Bossel mit oder ohne Anlauf
geworfen werden.
Um den fehlenden Anlauf bei Rollstuhl-
sportler*innen zu kompensieren, wird das Spielfeld um zwei Me- ter verkürzt. Diese Anpassung gilt auch im Damenbereich und ist zusätzlich dafür geeignet, bei Trainings- anfänger*innen Kom- plexität und Schwierig- keit aus dem Spiel zu nehmen. Der Einsatz leichterer Bosseln kann ebenfalls für Ver- einfachung sorgen und ist auch eine Option für
den Jugendbereich.


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