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Seite 34 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Gewichtheben
      GUT ZU WISSEN
Gewichtheben ist eine Kraftsportart, bei der die Sportler*innen versuchen, eine mit Gewichten verse- hene Hantelstange zur Stre- ckung über Kopf zu bringen.
Die Sportart unterteilt sich in die beiden Disziplinen Rei- ßen und Stoßen, auch bekannt als Kraftzweikampf. Daneben gibt es den Kraftdreikampf mit den Dis- ziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben. Anders als im Zweikampf geht es hier nicht darum, möglichst viel Gewicht in die Streckung über Kopf zu bringen. Beide Formen haben aber dennoch ein gemeinsames Ziel: Das Stemmen möglichst
hoher Lasten in vorgegebener Zeit.
Differenziert wird dabei neben dem Geschlecht nach Gewichtsklassen und im Kraftdrei-
kampf zusätzlich nach Altersklassen. Gewichtheben im Behindertensport unterscheidet sich vom klassischen Kraftmehrkampf. Da der maximale Einsatz der unteren Extremitäten oft nicht uneingeschränkt möglich ist, messen sich die Sportler*innen ausschließlich im Bankdrücken. Unterteilt wird hier nach Geschlecht und Gewichtsklasse. Die Athlet*innen müssen, liegend auf einer Bank, ein bestimmtes Gewicht in einer vorgege- benen Zeit auf Brusthöhe mit gestreckten Armen nach oben stemmen. Dazu haben die Sportler*innen drei Versuche. Sollten mehrere Athlet*innen die gleiche Last stemmen, entscheidet das geringste Körpergewicht über den Sieg. Das Regelwerk folgt den Bestimmungen des Internationalen Paralympischen Komitees. Der Einstieg in die Sportart wird aufgrund der sich noch entwickelnden Körperstruktur nicht vor dem 14. Lebens- jahr empfohlen.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Beim Gewichtheben können sich Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe begegnen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Sportler*innen die Arme vollständig durchstrecken können. Ausgenommen da- von sind die Kniebeugen, da hier die Arme nur stabilisierend mitwirken. Anpassungen können individuell beim Gewicht der Langhantel vorgenommen werden. Das erhöht den Spaßfaktor für Trainingsanfänger*in- nen und Fortgeschrittene gleichermaßen.
Neben dem Bankdrücken spricht bei sehbehinderten und blinden, schwerhörigen und gehörlosen sowie kleinwüchsigen Menschen und bei Menschen mit geistiger Behinderung nichts gegen die Teilnahme am klassischen Kraftmehrkampf. Für gehörlose Menschen muss anstelle des akustischen Signals, das den Sport- ler*innen die Zeit vorgibt, in der das Gewicht gehoben werden muss, ein optisches Signal zum Einsatz kom- men. Neben der Verbesserung der Schnellkraft stärkt Gewichtheben zudem in ausgeprägtem Maße die Mus- kulatur des Oberkörpers. Das sorgt vor allem bei Menschen mit Rollstuhl für eine Erleichterung im Alltag.
  AUF EINEN BLICK
  - Kraft, technische Perfektion, Schnelligkeit und Konzentration entscheidend
- Einstieg in den Sport nicht vor dem 14. Lebensjahr empfohlen
- Voraussetzung: Arme sollten vollständig durchgestreckt werden können
- Bankdrücken als paralympische Disziplin Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Gewichtheben kann in jedem Verein oder Fitnessstudio problemlos betrieben werden und lässt sich mit wenigen Hilfsmitteln inklusiv umsetzen. Verwendet wird das gängige Equipment, sowohl für den Kraftmehrkampf als auch für das Bankdrücken im Behindertensport. Einziger Unterschied zum klassischen Bankdrücken ist die breitere Bank, auf der die Sportler*innen lie- gen, um den Rumpf besonders zu stabilisieren. Da die Beine nicht zur zusätzlichen Stabilisierung ge- nutzt werden dürfen, gibt es zudem einen Gurt, mit dem die Sportler*innen fixiert werden.
Für den Trainingseinstieg eignet sich aber auch eine herkömmliche Bank, wenn für ausreichend Fixie- rung gesorgt ist. Neben den Materialen benötigt man für das Training zudem eine weitere Person, die für das Anreichen und Sichern der Hantelstange zuständig ist.
  
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