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Seite 40 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Klettern
      GUT ZU WISSEN
Klettern hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu einer Trend- sportart entwickelt, die im Aben- teuer- und Erlebnissport einen festen Platz eingenommen hat.
Ausgeübt wird die Sportart am Fel- sen oder in der Halle in unterschied- lichen Varianten. Zumeist werden be- stimmte Routen mit unterschiedlichen
Schwierigkeitsgraden durchklettert.
Sowohl in Kletterhallen als auch im Freien wird zwischen den zwei gängigsten Arten von Kletter- wänden unterschieden: Boulder- und Toprope-Wände. Merkmal von Boulder-Wänden ist, dass ohne Sicherung in ge- ringen Höhen geklettert wird. Dadurch kann ohne Verletzungsgefahr von der Wand abgesprungen werden. Zusätzliche Sicherheit bieten Matten auf dem Boden. An den höheren Toprope-Wänden wird mit Seilsicherung geklettert, die üblicherweise von
einer zweiten, geschulten Person übernommen wird.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Zur Variation der Schwierigkeit eignen sich in der Neigung verstellbare Kletterwände besonders gut. Der Schwierigkeitsgrad wird zusätzlich über die gewählte Route und die Anzahl der Griffe und Tritte reguliert. Knieschoner verhindern Schürfwunden, die man sich beim engen Kontakt mit der Kletterwand zuziehen kann. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität der unteren Extremitäten oder geringer Beinkraft sowie für Menschen mit geringer Griffkraft gibt es spezielle Schienensysteme am Kletterschuh bzw. für die Hände. Dies sorgt für einen besseren Stand und besseren Halt an der Wand.
Für zusätzliche Sicherheit und Stabilität kann eine zweite Person sorgen, die unmittelbar unter oder neben den Sportler*innen klettert und Hilfestellung geben kann. Menschen mit Beinprothese können in der Regel problemlos mit dieser klettern. Für sehbehinderte und blinde Sport-
ler*innen gibt es spezielle Leitsysteme und Griffe. Das Leitsystem
wird unter dem klassischen Klettergriff in Form einer Scheibe mon- tiert. Auf diesen Scheiben lässt sich zum einen die aktuelle Kletter- route ertasten, zum anderen geben sie die Richtung vor, in der sich die nächsten Griffe und Tritte befinden. Alternativ dazu können Griffe aus unterschiedlichen Natursteinen zur besseren Orientierung ein- gesetzt werden. Aufgrund der Haptik unterschiedlicher Steine lassen sich damit individuelle Routen gestalten, die von allen Sportler*innen genutzt werden können. Ersetzt werden können diese Vorkehrungen auch durch die stetige Kommunikation mit einer weiteren Person, die (ggf. per Headset) Anweisungen geben kann.

  AUF EINEN BLICK
  - Hoch hinaus oder in Absprunghöhe: Top-Rope oder Bouldern
- Technik, Beweglichkeit, Balance und ein „starker Kopf“
- Am Fels oder in der Kletterhalle
- Vielfältige Sicherungsmöglichkeiten durch zusätzliche Hilfsmittel (z. B. Brustgurte, Fla- schenzüge, Seilaufbauten)
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Klettern kann mit wenigen Hilfs- mitteln inklusiv im Verein oder in der Kletterhalle angeboten werden. Benötigt wird das gängige Klet- terequipment wie Seile, Gurte, Helme und Siche- rungen.
Brustgurte sorgen für mehr Stabilität der Klet- ternden und bieten vor allem Menschen mit ein- geschränkter Oberkörperstabilität zusätzliche Sicherheit. Spezielle Seilaufbauten, wie bspw. Inter- ventionsseile und Flaschenzüge, können unterstüt- zend eingesetzt werden. Interventionsseile dienen dazu, die Kletternden im Notfall schnell erreichen zu können.
Flaschenzüge bieten vor allem Menschen mit Einschränkung der unteren Extremitäten und wenig Beinkraft eine Hilfestellung. Für diese Zielgruppe bieten sich auch zusätzliche Beinschlaufen an, die eine Unterstützung der Beinbewegung ermöglichen.

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