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Seite 46 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Schwimmen

      GUT ZU WISSEN
Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch, ob mit oder
ohne Behinderung, sollte das Schwimmen er- lernen, um sich im Wasser sicher fortbewegen zu können. Im Schwimmsport ist es das Ziel, eine vorgegebene Strecke in kürzester Zeit zurückzule- gen. Geschwommen wird entweder in der Halle auf Bahnen von 25 oder 50 Metern Länge oder in offenen Gewässern, dem sogenannten Freiwasser. Dabei können verschiedene Schwimmstile zum Einsatz kommen. Unter- schieden wird in Brust-, Rücken-, Schmetterlings- und Kraul- schwimmen. Beim Freistil ist jeder Schwimmstil zulässig. Da das Kraulschwimmen allerdings die schnellste Schwimmtechnik ist, werden im Alltag oft beide Begriffe gleichbedeutend verwendet. Der komplexeste und nach
dem Kraulen zweitschnellste Stil ist das Schmetterlingsschwimmen.
Für den Behindertensport bietet das Schwimmen zahlreiche Möglichkeiten sowohl im Wettkampf als auch im freizeitsportlichen Bereich. Menschen mit Behinderung schätzen die physikalischen Eigenschaften des Wassers, da es in der Regel, unabhängig von der Art der Behinderung, eine Fortbewegung ohne Hilfs-
mittel ermöglicht und somit spannende und neue Bewegungsmöglichkeiten eröffnet.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Ist die Wassergewöhnung erfolgt, lassen sich die unterschiedlichen Schwimmstile gut an die Voraussetzun- gen von Menschen mit Behinderung anpassen. Je nach Art der Behinderung eignet sich zum Erlernen das Brust- oder Rückenschwimmen. Oftmals stellt Brustschwimmen den bevorzugten Schwimmstil dar, weil der Kopf über der Wasseroberfläche gehalten werden kann und man in Schwimmrichtung blickt. Demgegen- über steht das Rückenschwimmen, welches speziell bei Einschränkungen der unteren Extremitäten Vorteile bietet. Gerade für Trainingsneulinge und zum Erlernen der optimalen Technik sind Kurzbahnen (25 Meter) besonders geeignet. Bodenkontakt im Becken sorgt für zusätzliche Sicherheit.
Für Menschen mit Amputation gilt: Schwimmen ist sowohl mit Arm- als auch mit Bein-Amputation mög- lich. Zusätzlich dazu gibt es auch spezielle wasserfeste Schwimmprothesen, die für den Wettkampfbereich allerdings unzulässig sind. Mit Blick auf den Wettkampfsport gibt es bspw. beim Start mehrere Varianten: Die Sportler*innen können je nach individuellen Möglichkeiten entweder stehend vom Startblock, sitzend vom Beckenrand oder aus dem Wasser starten. Erfolgt der Start direkt aus dem Wasser, muss mindestens ein Körperteil den Beckenrand berühren. Sollte dies nicht möglich sein, ist Unterstützung durch eine zusätz- liche Person (Haltehilfe) zulässig.
Bei der Planung der Trainingsfläche sollte grundsätzlich berücksichtig werden, dass sich für das inklusive Training die Randbahnen anbieten, da diese gut erreichbar sind und einen schnellen Ein- und Ausstieg er- möglichen. Bei sehbehinderten und blinden Schwimmer*innen sollte hingegen auf den Mittelbahnen trai- niert werden, da die Beckenwände zu Verletzungen führen können. Zur Orientierung sind Leinen ratsam. Bei Sprüngen ins Wasser sollte stets eine Aufsichtsperson hinzugezogen werden. Im Wendebereich und im Ziel können sehbehinderte und blinde Schwimmer*innen durch Assistent*innen – sogenannte „Tapper“ – unterstützt werden, die durch eine kurze Berührung auf das nahende Beckenende hinweisen.

  AUF EINEN BLICK
  - Schweben, gleiten, tauchen: Freiheit im Wasser
- Vorteile des Wassers nutzen: ermöglicht in der Regel eine Fortbewegung ohne Hilfsmit- tel und somit neue Bewegungsmöglichkeiten
- Neben dem Start im Stehen ist auch ein sit- zender oder hockender Start vom Startblock sowie ein Start aus dem Wasser möglich
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Neben der Badebekleidung können Trainingsutensilien wie Schwimmbrett, Pullbuoy, Kickboard, Flossen, Paddles und Schnorchel eingesetzt werden. Für einige Schwimmer*innen bieten sich Einstiegshilfen oder spezielle Lifts an, die einen problemlosen Zugang zum Becken ermöglichen. Allerdings kann bspw. auch eine passende Matte über dem Beckenrand den Einstieg erleichtern.
Mit Hubböden lässt sich die Beckentiefe regulieren. Dies ermöglicht individuelle Anpassungen an die Bedürfnisse der Trainingsgruppe. Für optimale Bedingungen sorgt zusätzlich ein Bodenbelag, der die Rutschgefahr vermindert. So können bspw. auch nachträglich Rutschhemmungen an Treppenstufen und Einstiegsbereich angebracht werden.
      

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