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Seite 47 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Ski alpin

       AUF EINEN BLICK
  - Geschwindigkeit, Kraft und Präzision: Selbst im Sitzen mit bis zu 130 km/h die Piste hinunter
- Beinhaltet die Disziplinen Abfahrt, Super G, Riesen- slalom und Slalom
- Mono-, Dual- und Bi-Ski als Sitzvarianten sowie Ski- krücken als Unterstützung möglich
- Sechs Ski-Hallen in Deutschland: Ski-Spaß nicht nur in den Bergen
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Entscheidend ist vor allem die Wahl des Sportgeräts und geeigneter Skier. Grundsätzlich kom- men entweder klassische Ski oder verschiedene Varianten im Sitzen zum Einsatz. Für eine bessere Balance können zusätzlich Krück-Ski hinzugenommen werden (siehe „SO MACHT'S ALLEN SPAß“).
Bei den Varianten im Sitzen wird zwischen Mono-, Dual- und Bi-Skigerät unterschieden. Diese müssen jeweils an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das Mono-Skigerät besteht aus einer Sitzschale, individuell regulierbaren Stoßdämpfern und einer herkömmlichen Skibindung, an der ein Ski befestigt wird. Dazu werden zwei verkürzte Krück-Ski eingesetzt, die mit Klettband an den Unterarmen der Athlet*innen fixiert werden. Dual-Ski bedeutet, dass dieser an der Unterseite mit zwei Skiern ausgestattet ist. Das Bi-Skigerät unterscheidet sich davon vom Aufbau her nicht wesentlich, bietet durch eine nied- rigere Sitzposition dafür mehr Stabilität und Sicherheit.
    GUT ZU WISSEN
Der alpine Skisport lässt sich in die Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Super-G, Super-Kombination und Abfahrt unterteilen. Allesamt haben das Ziel, einen vorgegebenen Kurs auf einer Skipiste in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren, unterscheiden sich jedoch vor allem in der Länge der Strecke, der Anzahl der zu umfahrenden Tore und dem Streckenverlauf. Auch bei Menschen mit Behinde- rung erfreut sich der alpine Schneesport großer Beliebtheit. Im Wettkampfbereich wird zwischen den Kategorien sitzend, stehend und sehbehindert differenziert. Im Freizeitbereich entwickelt sich die Sportart ebenfalls immer mehr zum Trend. Viele Skischulen bieten bereits spezielle Kurse an, abgestimmt auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen von Menschen mit Behinderung. Der alpine Skisport kann mit nahezu jeder Behinderungsart betrieben werden.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Sehbehinderte und blinde Sportler*innen greifen auf das klassische Material zurück. Gefahren wird gemeinsam mit einem geschulten Guide, der mit Kommandos oder per Headset Fahranweisungen geben kann. Menschen mit einer Amputation der oberen Extremitäten oder eingeschränkter Arm- funktion fahren ebenfalls mit gängigem Equipment, auch Skifahren mit nur einem Skistock ist mög- lich. Krück-Ski können vor allem bei Menschen mit Amputation eines Beines für zusätzliche Stabili- tät sorgen. Diese ähneln klassischen Skistöcken, sind allerdings an der Unterseite mit kleinen Skiern versehen, die für mehr Stabilität sorgen. Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der unteren Extremitäten oder mit Querschnittslähmung finden außerdem Spaß am Mono-Skifahren. Erforderlich für das Fahren mit dem Mono-Skigerät ist eine gute Rumpfstabilität sowie ausreichend Beweglichkeit und Funktion des oberen Rückens und der Arme. Vor allem für Menschen mit Cerebral-, Tetra- oder Hemiparese ist sowohl das Dual-Ski- als auch das Bi-Skigerät geeignet. Das Dual-Skigerät bietet durch
die Stoßdämpfer besonderen Komfort und eignet sich auch zum Freeriden im Tiefschnee. Mono- und Dual-Skigeräte können von den Sportler*innen selbstständig bedient werden. Ge- lenkt werden beide Varianten mit dem eigenen Körpergewicht. Das Dual-Skigerät kann zudem auch durch eine Begleitperson geführt werden, beim Bi-Skigerät ist eine Begleitperson stets erforderlich. Auf Wettkampfebene kommen nur Mono-Skigeräte zum Einsatz. Dual- und Bi-Skigeräte eignen sich vor allem zum Erlernen der richten Technik und für Menschen, denen ein selbständiges Fahren mit dem Mono-Skigerät nicht
möglich ist.
Neben dem passenden Sportgerät kommt es auch auf die
Wahl des richtigen Skigebiets an. Es gilt: Nicht jedes Ski- gebiet ist für Menschen mit Behinderung gleicherma- ßen geeignet. Für Menschen mit Amputationen und für Sportler*innen mit Sehbehinderung gibt es nahezu kei- ne Einschränkung. Bei Sportler*innen mit Sitz-Ski muss jedoch bedacht werden, dass sie nicht immer alle Gon- del- und Sessellifte nutzen können, da diese oftmals nicht barrierefrei sind. Schleppliftfahren ist in der Regel
mit etwas Übung oder mit einer Begleitperson möglich.


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