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Seite 51 - Teilhabe VEREINfacht | So gelingt der Sport für Alle
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Taekwondo

       AUF EINEN BLICK
  - „Tae“ (Fuß) und „Kwon“ (Faust) beschreiben die Fuß- und Fausttechniken, die bedeutender Bestand- teil der Sportart sind
- „Do“ (Weg) bezeichnet die persönliche Entwick- lung, Geduld, Respekt, Willenskraft und Selbst- disziplin
- Zwei Wettkampfdisziplinen: Technik und Zweikampf
- Eigenes Regelwerk für Rollstuhlsportler*innen
Geeignet für:
                               VEREINfacht
Was ihr braucht: Alle Sportler*innen benötigen einen klassischen weißen Trainingsanzug (Dobok) mit ent- sprechendem Graduierungsgürtel. Für den Zweikampf brauchen die Sportler*innen zusätzliche Schutzausrüs- tung wie bspw. einen Schienbein-, Mund- oder Kopf- schutz. Während des Trainingsbetriebs können zusätzliche Schutzwesten durch den Verein gestellt werden. Rollstuhl- sportler*innen trainieren mit Alltagsrollstuhl. Für mehr Stabilität im Rollstuhl kann ein zusätzlicher Beckengurt oder eine höhere Rückenlehne sorgen. Taekwondo wird in der Regel – abgesehen vom Vollkontaktkampf – ohne Un- terlage auf dem Hallenboden trainiert, so wird vor allem Rollstuhlsportler*innen die Fortbewegung bspw. beim Formenlauf erleichtert. Das Tragen einer Prothese ist in allen Technikdisziplinen erlaubt. Im Vollkontaktkampf sind Prothesen aufgrund des erhöhten Verletzungsrisikos hin- gegen nicht zugelassen, wobei die Ausübung auch ohne Prothese, zumindest im Bereich der oberen Extremitäten, durchaus möglich ist.
    GUT ZU WISSEN
Taekwondo ist ein traditioneller koreanischer Kampfsport, bei dem die Selbstverteidigung durch den Einsatz des eigenen Körpers im Vordergrund steht. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Wörtern „Tae“ (Fuß), „Kwon“ (Faust) und „Do“ (Weg). „Tae“ und „Kwon“ beschreiben die Fuß- und Fausttechniken, die bedeutender Bestandteil der Sportart sind. „Do“ bezieht sich auf die persön- liche Entwicklung der Sportler*innen im Trainingsverlauf. Hier geht es um Aspekte wie Geduld, Respekt, Willenskraft und Selbstdisziplin. Taekwondo ist sehr vielfältig und wird thematisch in den Schwerpunkten Grundschule, Formenlauf, Vollkontaktzweikampf, kontaktlosen Partnerübungen und Selbstverteidigung trainiert. Zusätzlich dazu gibt es den Bruchtest – das Zerschlagen verschie- dener Materialien wie z. B. Holzbretter oder Ziegel. Um für faire Bedingungen zu sorgen, werden die Sportler*innen im Zweikampf in Gewichtsklassen eingeteilt. Zudem gibt es ein Graduierungs- system, welches das aktuelle Können mittels unterschiedlich farbiger Gürtel abbildet. Für Men- schen mit Behinderung bietet Taekwondo zahlreiche Möglichkeiten, sowohl im Zweikampf als auch im Bereich der Technik. So kann Taekwondo entweder stehend oder auch sitzend mit Rollstuhl ausgeübt werden. Die Deutsche Taekwondo Union hat speziell für den Behindertensport Anpas- sungen an Regelwerk und Prüfungsordnung vorgenommen.
SO MACHT'S ALLEN SPAß
Durch individuelle Anpassungen in der Technikausführung und einer angepassten Prüfungsord- nung finden alle Spaß an Taekwondo. Den Sportler*innen ist es möglich, bei den Prüfungsinhalten der Gürtelprüfung individuell zwischen einer Technikprüfung oder dem Zweikampf zu wählen. Somit kann die Prüfung an die individuellen Fähigkeiten der Prüflinge an- gepasst werden. Im Rollstuhlsport wird auf den Einsatz von Fußtechniken verzichtet. Aus diesem Grund sollte allerdings ausreichend Beweg- lichkeit im oberen Rücken und im Schulterbereich vorhanden sein. Auch Sportler*innen mit einer Sehbehinderung finden mit leichten Anpassungen schnell Spaß an Taekwondo. Bei dieser Zielgruppe sowie auch bei Menschen mit einer geistigen Behinderung wird in der Prüfung aus Sicherheitsgründen auf die Disziplin „Hosinsul“, die Selbstverteidigung gegen bewaffnete und unbewaffnete Angriffe, verzichtet. Nach Mög- lichkeit sollten diese Sportler*innen immer mit den gleichen Trainingspartner*innen trai- nieren, damit aufeinander abgestimmte Be- wegungsabläufe eingeübt werden können. Im Training und Wettkampf kommt es besonders bei sehbehinderten und blinden Sportler*in- nen auf die richtige Kommunikation an. So wird bspw. die Kampfbereitschaft im Einschritt- kampf, einer Vorstufe des Vollkontaktkampfes,
durch Zuruf signalisiert.

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